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21.02.2012 - Industrie am Mittleren Niederrhein:
Dokumentennummer: tn718
Deutliches Umsatzplus dank hoher Exportumsätze

Die Industrie am Mittleren Niederrhein konnte ihre Umsätze im Jahr 2011 deutlich steigern. Insbesondere der Exportumsatz legte zu. Dies sind die Hauptaussagen einer Analyse der aktuellen Industrie-Indikatoren durch die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. Die Umsätze der Industrie im IHK-Bezirk sind im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent gewachsen. Allerdings waren die Steigerungsraten im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwas höher. Die NRW-Industrie konnte 2011 ihren Absatz um 11 Prozent steigern. „Der Industrie in unserer Region ist zum Jahresende ein wenig die Luft ausgegangen. Das vierte Quartal wurde sogar mit einem Umsatzminus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgeschlossen“, erklärt Elmar te Neues, Vizepräsident der IHK Mittlerer Niederrhein.

Das lag insbesondere an dem zuletzt etwas schwächeren Exportgeschäft. „Dennoch war die hohe Exportquote der Industrie in unserer Region über das gesamte Jahr 2011 betrachtet das Rückgrat der Konjunktur“, stellt te Neues fest. So wuchs das Auslandsgeschäft im vergangenen Jahr um 12,4 Prozent, während die Inlandsumsätze „nur“ um 5,4 Prozent zulegten. Diese hohe Steigerung der Auslandsumsätze führte dazu, dass im Jahr 2011 kein IHK-Bezirk in NRW eine derart hohe Exportquote wie der Mittlere Niederrhein (51,9 Prozent) vorweisen konnte. „Ich rechne mit einer Stagnation auf hohem Niveau“, so te Neues. „Aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung ist es für viele Betriebe sogar vorteilhaft, wenn sie etwas Luft holen können, um sich in dieser Zeit für neue Projekte aufzustellen.“

Eine Betrachtung der vier Teilregionen des IHK-Bezirks (Mönchengladbach, Krefeld, Rhein-Kreis Neuss und Kreis Viersen) zeigt sehr unterschiedliche Entwicklungen: Die Industrie in Krefeld und Mönchengladbach konnte ihre Umsätze wie im Landesdurchschnitt um 11 Prozent steigern. Während die Betriebe im Kreis Viersen diese Marke mit einem Wachstum von 10 Prozent nur leicht verfehlten, steigerte die Industrie im Rhein-Kreis Neuss ihre Umsätze um vergleichsweise geringe 6 Prozent. „Auch diese Zahlen hängen mit dem Außenhandel zusammen“, erklärt te Neues. „Gerade die Industrieunternehmen aus Krefeld und Mönchengladbach konnten 2011 ihre Exporttätigkeit mit einem Zuwachs von 16 bzw. 20 Prozent deutlich ausweiten, während der Zuwachs im Rhein-Kreis Neuss bei lediglich 6 Prozent lag.“

Innerhalb der verschiedenen Branchen ist insbesondere der Maschinenbau hervorzuheben, der 2011 eine Umsatzsteigerung von 31 Prozent erzielen konnte. „Das hat zwei Gründe: Erstens haben wir am Niederrhein in dieser Branche sehr innovative Unternehmen. Zweitens ist für diese Investitionsgüterbranche die Auslastung zur Hochzeit der Konjunktur am höchsten“, stellt te Neues fest. Des Weiteren melden auch die Reparatur- und Installationsbetriebe (+24 Prozent) sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten (+16 Prozent) und die Hersteller elektrischer Ausrüstungen (+15 Prozent) merkliche Steigerungen ihrer Geschäfte. Dagegen hatten die Textil- (-13 Prozent) und die Druckindustrie (-10 Prozent) einen substanziellen Einbruch ihrer Geschäfte zu verkraften. „Das ist jedoch eher strukturell denn konjunkturell bedingt“, betont te Neues.

Die insgesamt gute Lage der Industrie am Niederrhein hatte zudem positive Effekte auf dem Arbeitsmarkt Bezogen auf die in der Analyse erfassten Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten, lag die Anzahl der Mitarbeiter im Dezember 2011 um 0,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dieses Plus ist insbesondere auf die Steigerung der Industriebeschäftigung in Krefeld (+1,7 Prozent) und Mönchengladbach (+1,8 Prozent) zurückzuführen. Die Industriebetriebe im Rhein-Kreis Neuss (-0,7 Prozent) und im Kreis Viersen (-0,9 Prozent) bauten dagegen per Saldo Beschäftigung ab. 

IHK-Vizepräsident Elmar te Neues zeigt sich insgesamt zufrieden mit der aktuellen Lage in der Industrie: „Unter dem Strich ist das ein gutes Ergebnis. Dennoch sind die Umsätze nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen die hohen Energiekosten und Rohstoffpreise, die laut einer aktuellen IHK-Umfrage derzeit für 45 bzw. 55 Prozent der Industriebetriebe ein wesentliches Konjunkturrisiko für die kommenden Monate darstellen.“

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